Verein zur Förderung und Pflege der Tradition der Potsdamer Riesengarde "Lange Kerls" e.V.










Feldlager zum „Kaiser-Otto-Fest“, Magdeburg, 29. bis 31.08.2014

Am letzten August Wochenende weilte eine Abordnung der Potsdamer Riesengarde im Rahmen des „Kaiser-Otto-Festes“ in Magdeburg. Das jährlich wiederkehrende Fest mit dem inhaltlichen Schwerpunkt "Früh- und Spätmittelalter" findet auf dem Gelände des Domviertels und den angrenzenden Straßenzügen statt. Insbesondere die Festungsabschnitte "Bastion Cleve" und das Klosterumfeld sind in das Fest involviert.

Die Riesengarde hatte ursprünglich eine Teilnahme an diesem Fest nicht in ihren Planungen, weil Thema Mittelalter. Zudem waren die Wochenenden im August und im September fast alle ausgebucht. Aber während der Magdeburger Festungstage auf der Festung "Mark" kam es zu einem persönlichen Treffen mit einem Organisator des „Kaiser-Otto-Festes“ und schnell war man sich einig, dass zumindest eine Tagesteilnahe der „Langen Kerls“ am Sonnabend sichergestellt werden könnte. Darüber würde es evtl. einige Kameraden geben, die bereits am Freitag anreisen würden.
Einige Tage vor Beginn der Veranstaltung drängte der Veranstalter entgegen den Absprachen auf eine Beteiligung der Riesengarde von Freitag bis Sonntag, wobei am Freitag und Sonntag nur ein Teil der Truppe präsent sein müsste aber die ganze Truppe sollte vereinbarungsgemäß am Sonnabend anwesend sein. Diese neue Anforderung brachte die Geschäftsstelle gehörig ins Rotieren, weil die Mehrzahl der Kameraden auf solch ein Wochenende gar nicht vorbereitet war. Letztendlich stand jedoch eine Abordnung von acht Kameraden bereit.
Am Freitagnachmittag fuhr das „Vorauskommando“ der Riesengarde nach Magdeburg, um dort zumindest das Feldlager zu errichten. Dort gab es seitens der Organisation dann einige Probleme, der Garde den richtigen Stellplatz zuzuweisen und mit der Ausrüstung auf das Festgelände zu lassen. Letztendlich war um 19:30 Uhr alles am Platz und der zwischenzeitliche Regen hatte auch aufgehört. Das Vorauskommando errichtete das Feldlager bis ca. 22 Uhr. Danach wurden noch die umliegenden Attraktionen besichtigt.

Der nächste Morgen begann versöhnlich, die Sonne kam durch und die Temperaturen erreichten angenehmere Werte. Bis zum offiziellen Beginn des 2. Festtages um 10 Uhr waren die andern Kameraden angereist, sodass die Sollstärke erreicht wurde. Die „Langen Kerls“ begannen dann ihre Präsenz mit mehreren Salutschüssen und es wurde links und rechts des Abschnittes die Straße lang marschiert. Am jeweiligen Ende wurden Ladegriffe exerziert und je eine Salve gefeuert. Das hinterließ bei den sehr zahlreichen Besuchern immer einen sehr guten und zugleich überraschenden Eindruck. Der wurde insbesondere dadurch erreicht, das die Gewehre diesmal alle feuerten und es zu keinen Zündproblemen kam, wodurch der Geräuschpegel ungemein erhöht wurde, was die Aufmerksamkeit noch mehr förderte. Nach den Salven marschierte die Garde ins Feldlager zurück und die Grenadiere begannen jeweils in Doppelposten durch das Festgelände zu streifen. Dies wiederholte bis 20 Uhr, danach wurde ausschließlich Lagerleben zelebriert, wobei sich der eine oder andere Besucher mit an die Bänke der Garde setzte, wo dann interessante Gespräche entstanden. Gegen Mitternacht fuhren dann die Kameraden wieder heim, die nur am Sonnabend ihren Dienst versehen konnten. Für die Verbleibenden ging ca. 3 Uhr auch das Licht aus.

In der zweiten Nachthälfte hatte es ausgiebig geregnet und die Zelte waren durchnässt, was die Stimmung am Sonntagmorgen ein wenig trübte. Zwar blieb alles im Inneren der Zelte mehr oder weniger trocken, doch allen Beteiligten war klar, die Zelte werden bis zum Ende der Veranstaltung nicht trocken sein und einer Extrabehandlung bedürfen. Der offizielle Beginn lag diesmal um 12 Uhr und auch hier ließen es die verbliebenen Grenadiere richtig krachen. Nach einigen Runden auf dem Gelände zog sich die Truppe wieder ins Lager zurück und pflegte das Lagerleben. Dabei wurden insbesondere die Waffen geputzt bzw. das eine oder andere Uniformteil geflickt. Ab 13 Uhr reduzierte die Garde die mannschaftstärke weiter, die Kameraden die am weitesten entfernt wohnten, wurde sukzessive nach Hause geschickt. So dass ab 14 Uhr im Wesentlichen das Personal des Vorauskommandos im Lager verblieb, was nun die Funktion der Nachhut einnahm. Dies missfiel augenscheinlich einem der Organisatoren, der darauf bestand, dass die Garde in Gänze bis um 20 Uhr präsent bleiben sollte. Das wurde jedoch mit dem Verweis auf vorigen Abmachungen abgelehnt. Daraufhin machte er Fotos wohl um den aktuellen Zustand zu dokumentieren. Davon ließ sich die Nachhut aber nicht beeindrucken und rüstete von 15 bis 16:30 Uhr das Feldlager ab um danach auch die Heimreise anzutreten. Um 18 Uhr traf die Nachhut an der Heimatkaserne ein und verbrachte die Ausrüstungsgegenstände zurück an ihre Lagerplätze. Die nassen Zelte wurden zum Trocknen auf gehangen und der Leihanhänger zurückgegeben. Es war mittlerweile 19 Uhr.

Fazit: Es war ein sehr schönes Ambiente, viele Zuschauer, durchwachsendes Wetter, überwiegend gute Laune - bis auf die o.g. organisatorischen Reibereien, gute Verpflegung und die - nicht neue - Erkenntnis, dass die Potsdamer Riesengarde als militärhistorische Formation des frühen 18. Jahrhundert nicht wirklich zu einem Mittelalterspektakel passt.
Teilnehmer: Offizier, Zimmermann, 5 Grenadiere, 1 Fourier
RT

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